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Fig. 01 · Alltagsgeld

Welches Geld solltest du investieren, und welches nicht?

Investiere nur Geld, das du langfristig nicht brauchst und im schlimmsten Fall verlieren kannst. Miete, Essen, Versicherungen und dein Notgroschen kommen zuerst. Steht eine größere Anschaffung in den nächsten ein bis zwei Jahren an, zum Beispiel ein Auto oder eine Immobilie, gehört auch dieses Geld nicht ins Depot, denn du könntest genau dann verkaufen müssen, wenn die Kurse gerade unten sind.

5 Min · Aktualisiert 10. September 2026

Zuerst die Fixkosten, dann der Rest

Bevor überhaupt die Frage nach Investieren kommt, kommen deine laufenden Kosten: Miete, Essen, Versicherungen, Strom, alles, was du ohnehin jeden Monat zahlst. Das ist keine Fußnote, das ist die Reihenfolge. Geld, das für diese Ausgaben gebraucht wird, hat im Depot nichts verloren, so verlockend eine Rendite auch klingt.

Dein Notgroschen kommt vor dem Depot

Direkt danach kommt eine Rücklage für Unvorhergesehenes: eine kaputte Waschmaschine, eine ungeplante Autoreparatur, ein Monat mit weniger Einkommen. Diese Rücklage gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht ins Depot, denn du musst im Ernstfall sofort und ohne Kursrisiko darauf zugreifen können.

Erst wenn deine Fixkosten gedeckt sind und ein Polster für Notfälle existiert, wird die Frage relevant, wie viel du investierst.

Investiere nur, was du wirklich entbehren kannst

Die Faustregel ist einfach: Investiere nur Geld, das du im schlimmsten Fall verlieren könntest, ohne dass es deinen Alltag gefährdet, und das du für lange Zeit nicht brauchst. Nicht, weil ein Totalverlust bei einem breit gestreuten Investment wahrscheinlich ist, das ist er historisch nicht. Sondern weil Kurse zwischenzeitlich fallen können, und du diese Durststrecken nur aussitzen kannst, wenn du das Geld währenddessen nicht anfassen musst.

Der Fehler, den viele machen: Geld für den nahen Zukunftsplan investieren

Hier passiert der häufigste Denkfehler: Geld, das eigentlich für ein konkretes Ziel in ein bis zwei Jahren gedacht ist, ein neues Auto, die Anzahlung für eine Immobilie, eine Hochzeit, wird trotzdem investiert, weil die erwartete Rendite höher aussieht als der Zins auf dem Tagesgeldkonto.

Das Problem: Du bestimmst nicht, wann die Kurse fallen, aber der Zeitpunkt, an dem du das Auto oder die Immobilie brauchst, steht meistens fest. Fällt der Markt kurz bevor du das Geld abheben musst, kannst du nicht einfach abwarten, bis er sich erholt. Du musst verkaufen, und zwar zu dem Kurs, der gerade da ist, selbst wenn das einen Verlust bedeutet. Genau dieses erzwungene Verkaufen zum falschen Zeitpunkt ist das eigentliche Risiko kurzfristigen Investierens, nicht die Rendite an sich.

Faustregel: Wie du dein Geld sortierst

  1. Fixkosten und Notgroschen zuerst. Beides sicher und jederzeit verfügbar, nicht investiert.
  2. Geld für konkrete Ausgaben in den nächsten ein bis zwei Jahren: ebenfalls nicht investieren, sondern auf einem Tagesgeldkonto parken, auch wenn die Rendite dort niedriger ist.
  3. Erst der Rest gehört ins Depot: Geld, das du voraussichtlich mehrere Jahre nicht brauchst. Je länger dein Anlagehorizont, desto mehr Zeit hat dein Investment, auch schwächere Phasen auszusitzen.