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Fig. 02 · Die Lücke

Warum haben Frauen weniger Rente? Der Gender Pension Gap erklärt

Frauen erhalten in Deutschland durchschnittlich 37 % weniger Alterssicherungseinkommen als Männer, ohne Hinterbliebenenversorgung mitgerechnet (Destatis, 2025). Bei der gesetzlichen Rente allein liegt die Lücke bei rund 23 %: 1.459 € im Monat für Frauen gegenüber 1.892 € für Männer (Rentenatlas 2025, Werte für 2024).

7 Min · Aktualisiert 7. September 2026

Die Zahl: 37 %

Das Statistische Bundesamt beziffert den Gender Pension Gap 2025 auf 37 %. Frauen kommen im Ruhestand auf ein deutlich geringeres Alterssicherungseinkommen als Männer, ohne dass eine Hinterbliebenenrente das ausgleicht. Diese Zahl fasst alle Formen der Altersvorsorge zusammen: gesetzliche Rente, betriebliche und private Vorsorge.

Schaut man sich nur die gesetzliche Rente an, wird die Lücke konkreter: Der Rentenatlas 2025 weist für 2024 eine durchschnittliche gesetzliche Rente von 1.459 € im Monat für Frauen aus, gegenüber 1.892 € für Männer. Das ist eine Differenz von rund 23 %.

Woher die Lücke kommt

Drei Faktoren tragen den größten Teil bei, und sie verstärken sich gegenseitig über ein ganzes Erwerbsleben:

Der Gender Pay Gap. Frauen verdienten 2025 pro Stunde durchschnittlich 16 % weniger als Männer, unbereinigt, also ohne Berücksichtigung von Beruf, Branche oder Erfahrung. Ein kleineres Gehalt bedeutet automatisch eine kleinere Rentenanwartschaft, jeden Monat, über Jahrzehnte.

Teilzeitarbeit. Männer arbeiteten 2025 im Schnitt gut 34 Stunden pro Woche bezahlte Arbeit, Frauen knapp 28. Weniger Stunden heißen weniger Rentenpunkte, und häufig auch weniger oder keine betriebliche Altersvorsorge obendrauf.

Erwerbsunterbrechungen für Care-Arbeit. Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen fallen nach wie vor überwiegend Frauen zu: Der Gender Care Gap lag 2022 bei 43,4 %, Frauen leisten also im Schnitt rund 9 Stunden pro Woche mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer (Destatis, veröffentlicht 2025). Jede Unterbrechung bedeutet Monate oder Jahre ohne eigene Einzahlung, Zeit, die sich später nicht mehr aufholen lässt.

Was die Lücke im Alter bedeutet

Die Folgen zeigen sich am deutlichsten bei Frauen, die bereits im Ruhestand sind. 2024 waren 21,6 % der Frauen über 65 armutsgefährdet, gegenüber 17,1 % der Männer. Bei der Grundsicherung im Alter ist der Unterschied noch größer: Fast 42 % der Frauen über 75 beziehen sie, bei Männern sind es rund 29 %.

Das sind keine Einzelschicksale, sondern das statistisch erwartbare Ergebnis der drei Faktoren oben, zusammengerechnet über ein ganzes Erwerbsleben.

Was du tun kannst

Die strukturellen Ursachen, der Pay Gap, die Teilzeitquote, die Care-Arbeit, lassen sich nicht über Nacht auflösen. Aber ein Faktor liegt tatsächlich in deiner Hand, und er wird in der Diskussion oft unterschätzt: Finanzwissen ist der wichtigste einzelne Faktor dafür, ob aus Einkommen langfristig Vermögen wird. Nicht die Höhe des Gehalts allein entscheidet, sondern das Wissen, was du mit dem Geld machst, das du bereits hast.

Genau hier liegt ein Teil der Lücke, den Frauen selbst schließen können: sich aktiv mit den Grundlagen des Investierens auseinandersetzen, verstehen, wie ein ETF-Sparplan funktioniert, wie sich der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte auswirkt, und welche geförderten Produkte es gibt und wie man sie nutzt. Das ist kein Vorwurf an Frauen, die bisher noch nicht investieren. Die Zurückhaltung hat, wie wir an anderer Stelle zeigen, strukturelle und kulturelle Gründe. Aber Finanzwissen ist der Hebel, der am schnellsten in Reichweite ist.

Das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 startet, ist dabei ein Baustein von mehreren, nicht die ganze Lösung. Es lohnt sich trotzdem, früh einzusteigen, denn die Förderung darin ist real. Wie du einsteigst, auch ohne Vorwissen, sammeln wir im Bereich Einstieg.