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Fig. 02 · Einstieg

ETF-Sparplan starten: Depot eröffnen und die ersten Schritte

Ein Wertpapierdepot ist einfach ein Konto für Wertpapiere, so wie ein Girokonto ein Konto für Geld ist, eröffnen kannst du es bei einer Bank oder einem Online-Broker, meistens komplett online in 15 bis 20 Minuten mit Video-Ident. Wichtiger als der Name des Anbieters sind vier Kriterien: Kosten pro Sparplan-Ausführung, die Größe des ETF-Angebots, wie flexibel du Sparraten ändern kannst, und ob eine Einlagensicherung greift. Dein Geld selbst bleibt dabei rechtlich dein Eigentum, ein Broker verwaltet es nur, er besitzt es nicht.

8 Min · Aktualisiert 20. September 2026

Was ein Depot eigentlich ist

Ein Wertpapierdepot ist kein Sparbuch mit einem anderen Namen, es ist eher ein Schließfach für Wertpapiere. Kaufst du einen ETF-Anteil, wird er in deinem Depot verbucht, er gehört dir als Sondervermögen, unabhängig vom Vermögen deines Brokers. Geht der Broker pleite, bleiben deine ETF-Anteile deins, sie fließen nicht in die Insolvenzmasse, du musst sie nur zu einem anderen Anbieter übertragen lassen. Das unterscheidet ein Depot grundlegend von Bargeld auf einem Bankkonto, das rechtlich der Bank gehört und nur über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Institut abgesichert ist.

Zu jedem Depot gehört ein Verrechnungskonto, ein normales Konto, über das Käufe abgebucht und Verkaufserlöse gutgeschrieben werden. Bei den meisten Anbietern läuft das automatisch im Hintergrund, du musst es nicht separat verwalten.

Wen du überhaupt brauchst

Drei Anbietertypen kommen für ein ETF-Depot infrage:

  • Filialbanken. Persönliche Beratung vor Ort, dafür meist höhere Gebühren pro Order und ein kleineres ETF-Sparplan-Angebot.
  • Klassische Online-Broker und Direktbanken. Mittlere Kosten, oft eine sehr breite Auswahl an Fonds und weiteren Wertpapieren, Bedienung über Web und App.
  • Neobroker. Reine App-Anbieter, häufig mit besonders niedrigen oder sogar keinen Ausführungskosten für ETF-Sparpläne, dafür ein kleineres Gesamtangebot als eine Direktbank.

her own empfiehlt keinen einzelnen Anbieter und nimmt keine Provision von Brokern, wechsle also mit einem neutralen Blick auf die folgenden Kriterien, nicht nach Werbung.

Worauf es bei der Wahl wirklich ankommt

Sparplankosten. Frag konkret: Was kostet eine einzelne Sparplan-Ausführung, nicht nur eine Einmalorder? Viele Anbieter haben mittlerweile ETF-Sparpläne ohne separate Ausführungsgebühr im Programm, oft begrenzt auf eine Auswahl bestimmter ETFs. Diese Gebühr ist der Kostenfaktor, der sich über Jahrzehnte monatlicher Ausführungen am stärksten aufsummiert, wichtiger als eine einmalige Depotführungsgebühr.

Auswahl an ETFs. Nicht jeder Broker führt jeden ETF im Sparplan. Bevor du dich festlegst, prüfe, ob der breit gestreute Welt-ETF, den du im Kopf hast, dort überhaupt als Sparplan verfügbar ist.

Flexibilität. Kannst du die Sparrate jederzeit ändern, aussetzen oder den Plan kostenlos kündigen? Gerade am Anfang, wenn sich dein Budget noch einspielt, ist das wichtiger als ein paar Cent Unterschied bei den Gebühren.

Einlagensicherung. Dein Verrechnungskonto sollte unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € fallen, das ist bei in Deutschland oder der EU regulierten Anbietern der Normalfall, aber prüf es kurz, bevor du größere Beträge dort parkst.

Sparplan-Rhythmus. Monatlich, vierteljährlich, oder mit jeder Gehaltszahlung, manche Anbieter erlauben auch wöchentliche Ausführung. Für den Zinseszinseffekt zählt vor allem, dass du überhaupt regelmäßig einzahlst, der genaue Rhythmus ist zweitrangig, wie unser Artikel zum Zinseszins-Effekt zeigt.

Die Eröffnung selbst: Was dich erwartet

Der Ablauf ist bei fast allen Anbietern ähnlich:

  1. Online-Antrag. Persönliche Daten, steuerliche Angaben, gegebenenfalls die Auswahl eines Verrechnungskontos.
  2. Identitätsprüfung. Meist per Video-Ident direkt am Smartphone oder Laptop, seltener noch per Post-Ident in einer Filiale. Dauert in der Regel wenige Minuten.
  3. Freistellungsauftrag einrichten. Damit Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben, dazu mehr in unserem Artikel zur Abgeltungssteuer. Das lässt sich direkt bei der Depoteröffnung miterledigen. Vergisst du das, ist nichts verloren, es ist reine Timing-Sache: Dein Broker zieht die Steuer dann zunächst ab, und du holst sie dir über deine Steuererklärung als Erstattung zurück, statt sie direkt im Depot zu behalten.
  4. Ersten Sparplan einrichten. ETF auswählen, Sparrate und Ausführungstag festlegen, fertig. Die erste Ausführung findet je nach Anbieter zum nächsten oder übernächsten Sparplantermin statt.

Von Antrag bis zur ersten laufenden Sparplanrate vergehen bei den meisten Anbietern wenige Werktage.

Der häufigste Fehler: zu lange warten, bis alles perfekt ist

Es gibt keinen Broker, der in jeder Kategorie am besten abschneidet, jede Wahl ist ein Kompromiss zwischen Kosten, Auswahl und Bedienbarkeit. Wer wochenlang Vergleichstabellen durchforstet, bevor er den ersten Euro investiert, verliert genau die Zeit, die dem Zinseszinseffekt am meisten nützt. Ein guter, unauffälliger Standardbroker mit niedrigen Sparplankosten und breiter ETF-Auswahl reicht für den Einstieg völlig aus, ein Depotwechsel ist später jederzeit möglich, meist sogar kostenlos.

Was das für dich bedeutet

Wähl einen Anbieter anhand der vier Kriterien oben, nicht anhand von Werbeversprechen, richte den Freistellungsauftrag gleich mit ein, und starte deinen ersten Sparplan, selbst wenn es zunächst nur ein kleiner Betrag ist. Der ETF und die genaue Rate lassen sich später jederzeit anpassen, der größte Renditetreiber ist nicht der perfekte Broker, sondern wie früh du überhaupt anfängst.